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Vöhrenbach

Eingebettet in sanfte Berghänge, inmitten einer herrlichen Schwarzwaldlandschaft im Naturpark Südschwarzwald, liegt Vöhrenbach mit seinen Ortsteilen Hammereisenbach, Langenbach und Urach. Die Stadt in der Region Donau-Baar im Landkreis Schwarzwald-Baar-Kreis lädt auf eine Entdeckungstour in die idyllische, wildromantische Landschaft ein.

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Vöhrenbach im Bregtal zwischen Donaueschingen und Furtwangen Vöhrenbach ist ein staatlich anerkannter Erholungsort mit gesundheitsförderndem Höhenklima (800 bis 1000 m) und durch seine Höhenlage auch ein idealer Wintersportplatz. Das kleine, schmucke Schwarzwaldstädtchen kann auf etliche Sehenswürdigkeiten verweisen. Zunächst die Linachtalsperre. Die 25 m hohe und 143 m breite Staumauer wurde in den Jahren 1922–1925 als erste Vielfachbogentalsperre aus Eisenbeton erbaut. Finanziert wurde sie damals durch städtisches Notgeld und Holzverkauf aus dem Stadtwald. Der Bau bot in jener prekären Inflationszeit an die 800, aus allen Herren Ländern stammenden Arbeitern, eine Arbeit. Seit 2006/07 wieder saniert, liefern die im ebenfalls sanierten Jugendstil-Kraftwerksgebäude untergebrachten Turbinen rund 1,3 Mio. kWh umweltfreundlichen Strom im Jahr. Der wieder aufgestaute See, von dem ein kleiner Teil als Biotop naturbelassen wurde, ist mittlerweile zum Anziehungspunkt für Erholungssuchende wie technisch und ökologisch Interessierte geworden.

Im eigentlichen Ortsbereich von Vöhrenbach finden sich drei sehenswerte Objekte: die Pfarrkirche St. Martin mit aus dem 18. Jh. stammenden Heiligenfiguren aus der Werkstatt der Holzbildhauerfamilie Winterhalder, das Bruderkirchle und das Uhrmacherhäusle:
Die neben einer Quelle gelegene „Kapelle des hl. Michael zu Vöhrenbach“, wurde zum ersten Mal 1580 erwähnt. Seinen Namen „Bruderkirchle“ bekam die Wallfahrtskapelle von den in ihr lebenden Eremiten. Die Sage von den sieben Jungfrauen, die nicht vom rechten Glauben abfallen wollten und deshalb verbrannt wurden, ist mit dieser Kirche verbunden und im Innern als Gemälde dargestellt. Dem Vernehmen nach verfluchten diese Jungfrauen auf dem brennenden Scheiterhaufen die Stadt Vöhrenbach, wo sie zum Tode verurteilt worden waren. Die Stadt sollte dreimal abbrennen, was auch geschah.

Das Uhrmacherhäusle, ein unter Denkmalschutz stehendes kleines Holzhaus, wurde 1725 erbaut. Es ist heute das einzige Handwerkerhäuschen dieser Art in Vöhrenbach. Der in der Stadt tätige Geschichtsverein „Heimatgilde Frohsinn“ hat das Häuschen saniert und nutzt es heute als kleines Museum, in dem unter anderem Exponate zur Uhrenherstellung gezeigt und Vorträge gehalten werden.

Linachtalsperre – sehenswertes Baudenkmal

Längst können Besucher im Linachtal zwischen Vöhrenbach und Furtwangen einen See bewundern, auf deren Grund sie vor wenigen Jahren noch trockenen Fußes durchschreiten mussten. Aufgrund intensiver Bemühungen von Stadt und Bürgern wurde die alte Staumauer saniert. Inzwischen liefern die Turbinen wieder Strom. Ein Rundweg führt um den See; an seinen Ufern können Sonnenanbeter die Stille des Linachtales genießen. Die Staumauer ist übrigens begehbar. Unterhalb der Mauer finden hin und wieder kulturelle Veranstaltungen statt.

Die Legende vom Bruderkirchle

Als Perle unter den Ausflugszielen gilt das Bruderkirchle an der alten Villinger Straße in Vöhrenbach. Und dies nicht nur, weil unmittelbar gegenüber des Kleinods ein Rastplatz mit Teich und Kneippanlage einladen. Die Wallfahrtskapelle aus dem 16. Jahrhundert direkt neben einer Quelle ist von Sagen umwoben. Bilder darin erinnern an eine der alten Geschichten: an sieben Jungfrauen, die auf den Scheiterhaufen gestoßen wurden und das Martyrium erlitten.

Jeder Vöhrenbacher kennt die Erzählung, die an eine Zeit erinnert, als der Ort noch heidnisch war und die Frauen viele Stadtbewohner zum christlichen Glauben bekehrten. Deshalb wurden sie vom Schultheißen Mändle ein Dorn im Auge. Um sie vom Glauben abzubringen, wurden sie gefangen und der falschen Hexerei angeklagt. Falsche Zeugen sagten gegen sie aus. Doch alle Folter nützte nichts, sie vom Glauben abzubringen. Da verurteilte sie der Stadtrat zum Tod auf dem Scheiterhaufen. Bevor die sieben Jungfrauen verbrannt wurden, tat jede von ihnen eine Weissagung über Vöhrenbach.

Erstens sollten drei Brände die Stadt vernichten, auch sollte der Stadtrat nie ein Jahr vollzählig bleiben und das Geschlecht des Schultheißen Mändle sollte aussterben. Drittens sollte Vöhrenbach das Hochgericht verlieren, viertens sollten die ehemals reichen Silbergruben versiegen, fünftens die Obstbäume keine Früchte mehr tragen, sechstens der Vöhrenbacher Götzentempel eingehen.

Trotz dieser Prophezeihungen wurden sechs der Jungfrauen verbrannt. Die siebte wurde zunächst in der Hoffnung verschont, sie möge sich doch noch vom christlichen Glauben abwenden.

Eine Quelle weist auf die Legende hin

In der folgenden Nacht aber sah sie ihre Gefährtinnen im Paradies und erklärte tags darauf den Richtern, sie werde Christus niemals verleugnen. So wurde sie zum Scheiterhaufen geführt. Bevor sie verbrannte, warf sie einen Bund mit sieben Schlüsseln zu Boden. An dieser Stelle entsprang sodann eine Quelle, die heute noch sichtbar ist.

Die Jungfrau prophezeite, alle sieben Jahre am Karfreitag und vor Sonnenaufgang werde in diesem Brunnen ein Fisch erscheinen. Er soll den Schlüsselbund um den Hals tragen. Diese Erscheinung werde jedoch nur derjenige sehen, der frei von Sünden ist. Der Fisch soll später tatsächlich gesehen worden sein. Die Schlüssel gehören zu einer Goldkirste, deren Versteck niemand kennt. Der Sage nach ging auch die Prophezeihung der anderen Jungfrauen ging in Erfüllung.

Zur Geschichte von Vöhrenbach

Am 28. Januar 1244 beschlossen die Grafen von Freiburg die Erbauung einer Stadt auf ihrem “Gute zu Vernbach” im Bregtal. Einerseits sollten von hier aus die damals unwegsamen Täler Langenbach, Linach, Urach und Schollach erschlossen werden, andererseits ging es ihnen um die Sicherung der strategisch wichtigen Straßen über den Schwarzwald.

Die Kirche, die mit der Stadtgründung erbaut wurde, unterstellten sie der Pfarrei Herzogenweiler. Da sich der Ort rasch entwickelte, zog der Herzogenweiler Pfarrer bereits 1275 in das wenige Kilometer von Furtwangen gelegene neue Städtchen.

Interessanterweise bildete von allem Anfang an das Handwerk den Haupterwerbszweig der Vöhrenbacher. Auf dem Hintergrund dieser Tradition sollten sich später zahlreiche Industriebetriebe ansiedeln.

1525 verwüsteten Bauernhaufen unter der Führung von Hans Müller von Bulgenbach, der im Gasthaus “Ochsen” Quartier bezogen hatte, die Burgen Zindelstein und Neufürstenberg. 1544 kam es zum großen Stadtbrand, 1639 zur Brandschatzung durch die Schweden. Die letzte große Brandkatastrophe suchte 1819 die Bewohner von Vöhrenbach heim. Drei Jahre zuvor hatte das Städtchen 111 Häuser mit 272 Einwohnern inüber 32 Handwerksberufen.

1720 kam in Vöhrenbach die Uhrenproduktion in Familienbetrieben auf. Viele Handwerker mussten aber im Verlauf der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts aufgeben. An ihrer Stelle entfaltete sich die Metallindustrie und die Musikwerkeproduktion.

Der weltberühmte Orchestrionhersteller Michael Welte gründete 1833 in Vöhrenbach seine Fabrik, die er 1872 nach Freiburg verlagerte.

In Vöhrenbach lebten zahlreiche Künstler von überregionaler Bedeutung. Von Adam Winterhalter und seinem Sohn Johann Michael stammen der Hochaltar und die Seitenaltäre der 1953 abgebrochenen katholischen Pfarrkirche.

Sie wurden in der neuen Kirche aufgestellt. Zu nennen sind ferner die Bildhauer Adolf Heer (1846 – 1898) und Adolf Beermann (1862 – 1947), die weit über Vöhrenbach hinaus wirkten.