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GLOTTERTAL Urgraben

Am Kandelsüdhang kann man noch viele Spuren des mittelalterlichen Bergbaus entdecken. Die Urgrabentour in Glottertal im Breisgau führt zu einigen davon. Schließlich zählten die Glottertäler Gruben zu den ertragreichsten im ganzen Breisgau. Die Rundwanderung ist knapp über 10 km lang; gute Kondition ist erforderlich. Zur Belohnung gibt es einzigartige Naturwunder und Ausblicke.

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Heute gilt Glottertal als Natur- und Schlemmer-Paradies. Doch im 13. Jahrhundert war es Standort für einen pulsierenden Bergbau. Zahlreiche und heute verschlossene Stolleneingänge und ein mittelalterlicher Wassergraben zeugen davon. Die Rundwanderung führt ein Stück auf dem sogenannten Urgraben, der im 13. Jahrhundert dazu diente, Wasser vom Osthang des Kandels für die Hebeanlagen in den Bergwerken herbeizuführen. An den felsigen Stellen am Gullerbühl lässt sich noch gut erkennen, wie der Kanal in den Fels gehauen wurde. Immerhin war das Glottertal das ergiebigste Bergbaurevier im Breisgau. Der Urgraben gilt heute als eines der wichtigsten Technikdenkmäler Deutschlands; er begann beim Plattenhof (Simonswald) und hatte bis zum Friedhof Glottertal eine Länge von 22 km. Ein kurzes Stück davon liegt auf dieser Rundtour. Zu Beginn und am Ende der Wanderung belohnen schöne Ausblicke über das Tal. Gut zwei Drittel des Weges führen durch schönen Bergwald hinauf bis zum Luser und ab dort an der Bergflanke entlang bis in das Oberglottertal.

Der Urgraben

Die Blei-Silberbergwerke im Glottertal galten im Hochmittelalter zu den reichsten des Breisgaus. Sie gehörten den Herzögen von Zähringen und nach deren Aussterben den Grafen von Freiburg. Betrieben wurden die Bergwerke von reichen Patriziern aus Freiburg. Um die Gruben betreiben zu können, war der Bau eines großen Wassergrabens nötig. Dieser Urgraben genannte Hangkanal war im Jahr 1284 bis auf eine Länge von 22 km ausgebaut. Er wurde vom oberen Zweribach über drei Wasserscheiden bin in das Glottertal und Suggental geführt. Das damit von der Ostseite des Kandels herbeigeschaffte Wasser diente zum Betrieb einer Wasserhebeanlage, der ersten, die in Mitteleuropa bekannt ist. In dem benachbarten Suggental wurden die Bergwerke 1288 durch ein Unwetter zerstört. Die Anlagen im Glottertal fielen einem Kriegszug im Jahre 1298 zum Opfer. Obwohl auch im 14. Jahrhundert noch Silber abgebaut wurde, war dieses bedeutende Kapitel der Geschichte bis vor Kurzem fast völlig vergessen.

Stationen des Urgraben-Rundwanderweges

Station 1: Lange Stollen und tiefe Schächte. Nach jahrzehntelangem Bergbau sind die Flanken des Kandel von zahlreichen Hohlräumen durchzogen. Die Arbeit der Bergleute fand unter Tage statt, tief im Inneren der steilen Berghänge. Die Spuren sind noch heute sichtbar. Der Fahrer eines Unimogs hatte großes Glück, als unter ihm die Erde einbrach und ein Tagesbruch sich auftat. Das am Fahrzeug montierte Forstgerät verhakte sich am Rand der Grube und verhinderte Schlimmeres. Der ausgebesserte Asphalt erinnert noch heute an diesen Bergschaden. Oberhalb davon fällt eine Schachtpinge auf. Entstanden ist sie durch das Einstürzen eines 100 m tiefen Bergbauschachtes.

Station 2: Ein rusikaler Baumarkt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen die Bauarbeiten am Glottertäler Sanatorium. Die Errichtung von Alexanderbau und Carlsbau bescherte dem Glottertal gleich zwei Großbaustellen. Das benötigte Material wurde direkt vor Ort gewonnen. Einer der vielen Steinbrüche ist noch gut im Landschaftsbild zu erkennen.

Station 3: Fischbrunnenstollen. Im diffusen Licht ist ein Stollen in die Unterwelt zu erkennen. Er durchquert taubes Gestein - ohne wertvolle Bodenschätze. Dennoch wurde er unter großer Mühe in den Berg getrieben. Die Arbeit war so aufwendig, dass diese Art von Stollen auch als Erbstollen bezeichnet wird. Gemeint war damit ein Stollen, an dem viele Generationen arbeiteten und der sich oft erst nach vielen Jahren rentierte. Oberhalb davon lagen die wertvollen Blei-Silbererze. Der Fischbrunnenstollen entwässerte die weiter oben liegenden mittelalterlichen Bergwerke. Aus Sicherheitsgründen ist der Fischbrunnenstollen heute mit einem Gitter versehen. Weiter hinten ist er eingebrochen.

Station 4: Kohlemeiler. Hier waren Menschen am Werk und das vor etwa 800 Jahren. Kubikmeter für Kubikmeeter wurde das Gestein durch Stollen ans Tageslicht befördert und zu Halden aufgetürmt. Im Glottertal lassen sich noch immer zahlreiche menschengemachte Hügel erkennen. Bei dieser Station jedoch wurde der Hügel eingeebnet und als Standort für einen Kohlemeiler genutzt. Holz war zum Verkohlen bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts Mengelware.

Station 5: Schicht um Schacht. Die Bergbautechnik hat sich weiterentwickelt, aber das Grundprinzip ist bis heute dasselbe geblieben. Eine Lagerstätte wird entweder mittels eines horizontal verlaufenden Stollens oder durch einen senkrechten Schacht erschlossen. Doch kein Bergwerk ist für die Ewigkeit. Fällt ein Schacht in sich zusammen, entsteht an der Erdoberfläche eine Mulde in Form einer Schachtpinge. Auf dem weiteren Weg bergauf fällt der Blick auf kleine weiße Steinchen. Es sind die Reste der alten Bergbauhalden, bestehend aus dem abgebauten Barytgang. Das ehemalige Abfallprodukt ist heute ein begehrter Rohstoff.

Station 6: Wasser marsch! Lange Jahre endete der Urgraben an diesem Standort und das Wasser floss von hier aus direkt den Bergwerken zu. Als der legendäre Kanal im Jahr 1284 zum Suggental hin erweitert wurde, bedurfte es einer regelbaren Wasserverteilung. Die Lösung war der Bau eines Verteilerbeckens ganau an dieser Stelle. Mit beachtlichen 25 x 15 Metern wies die Konstruktion die Maße eines kleinen Schwimmbades aus. Heute ist nicht mehr viel zu sehen; das Verteilerbecken ist mehr und mehr verlandet und wird von Wegen durchkreuzt.

Station 7: Der Verlauf des Urgrabens vom 22 km entfernten Platten am Osthang des Kandel hatte seinen Grund, denn auf dieser Seite des Bergmassives fehlte das benötigte Wasser. An diesem Standort führt der heutige Wanderweg exakt auf der Trasse des ehemaligen Wassergrabens - und dieser musste damals kunstvoll um die Felsvorsprünge herumgeführt werden. Die Breite des Urgrabens betrug maximal einen halben Meter.

Wegbeschreibung

Ab Parkplatz geht es zunächst am Panorama-Freibad vorbei, dann oberhalb Gasthaus Sonne links zum Winzerpfad, am Sonnenbühl (Infostele zum Bergbau) links hinauf in den Eichbergwald und weiter auf dem breiten Eichbergweg mit schönen Ausblicken bis zum Rinzberg (468 m.ü.M.) und Unterm Fuchsfelsen (510 m.ü.M.). Dort rechts abbiegen zum Schlosswaldeck (495 m.ü.M.) und wieder rechts abbiegen zum Heidelbeereckle (630 m.ü.M.), rechts weiter zum Vogesenblick (605 m.ü.M., Infostele zum Bergbau). Jetzt geht es links in Richtung Am Luser (610 m.ü.M.) und Badwald (610 m.ü.M.) – hier links in den Pfad einbiegen zum Am Gullerbühl (597 m.ü.M.) und Gullerwald (592 m.ü.M.). Auf diesem Wegstück folgt man dem historischen Urgraben, einem mittelalterlichen Wasserkanal, der von der Platte am Osthang des Kandels bis zu den Bergwerken in Glottertal und Suggental führte. An den felsigen Stellen am Gullerbühl lässt sich noch gut erkennen, wie der Kanal in den Fels gehauen wurde. Ab Gullerwald (592 m.ü.M.) geht es auf aussichtsreicher Strecke hinunter ins Tal über Überm Hartererhof (550 m.ü.M.) und Birkles Kreuz (413 m.ü.M.) bis zur Glotterrainbrücke (356 m.ü.M.), ab dort an der Talstraße entlang zurück zum Freibad-Parkplatz.

Wandertipps

Strecke: 10,5 km
Dauer: 3:30 Stunden
Kondition: gut
Auf- und Abstieg: 350 m
Höchster Punkt: 690 hm
Tiefster Punkt: 340 hm
Empfehlung: gutes Schuhwerk, witterungsbedingte Bekleidung, Vesper und Getränke

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